Hin­ter­grund:
Epi­lep­sien stel­len mit einer Prä­va­lenz von 50 Mil­lio­nen Erkrank­ten eine der häu­figs­ten chro­nisch-neu­ro­lo­gi­schen Erkran­kun­gen mit weit­rei­chen­den kogni­ti­ven, psy­cho­lo­gi­schen und sozia­len Fol­gen dar. Ein Drit­tel der Pati­en­tIn­nen wird trotz moderns­ter Phar­ma­ko­the­ra­pie nicht anfalls­frei. In der bis­he­ri­gen The­ra­pie phar­ma­ko­re­sis­ten­ter Epi­lep­sien spie­len – ins­be­son­de­re dann, wenn kura­ti­ve epi­lep­sie­chir­ur­gi­sche Ver­fah­ren nicht infra­ge kom­men – addi­ti­ve The­ra­pie­ver­fah­ren wie die keto­ge­ne Diät (KD) eine wich­ti­ge Rol­le. Bei die­ser Ernäh­rungs­form wird mit­tels keto­ge­ner Stoff­wech­sel­la­ge ein Fas­ten­zu­stand des Kör­pers her­vor­ge­ru­fen. Die keto­ge­ne Stoff­wech­sel­la­ge wird dabei durch eine fett­rei­che und koh­len­hy­drat­ar­me Ernäh­rungs­wei­se bei gleich­zei­tig bilan­zier­ter Pro­te­in­zu­fuhr herbeigeführt. Durch die­se meta­bo­li­sche Ver­än­de­rung kommt es zu bio­che­mi­schen, meta­bo­li­schen und hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen, wel­che die Schwe­re und Häu­fig­keit epi­lep­ti­scher Anfäl­le ver­rin­gern kön­nen (1). Unklar ist bis­her, über wel­che Mecha­nis­men die­se ver­än­der­te Ernäh­rungs­wei­se die Phar­ma­ko­re­sis­tenz bei Epi­lep­sien beein­flus­sen kann: Neben einer Keton­kör­per-ver­mit­tel­ten Altera­ti­on des gas­tro­in­testi­na­len Mikro­bi­oms wer­den sowohl eine Modu­la­ti­on neu­ro­en­do­kri­ner und meta­bo­li­scher Wege sowie des T‑Zell ver­mit­tel­ten Immun­sys­tems dis­ku­tiert (2). Trotz guter Evi­denz der KD ist die not­wen­di­ge The­ra­pie­ad­hä­renz im Erwach­se­nen­al­ter häu­fig gering (1,3).

Metho­de:
Im Rah­men der IF-MCT Stu­die wur­de an 28 Teilnehmer:innen mit der Dia­gno­se einer phar­ma­ko­re­sis­ten­ten Epi­lep­sie und dem Vor­lie­gen von mehr als 2 Anfäl­len pro Monat am Epi­lep­sie­zen­trum Hes­sen der Ein­fluss einer Kom­bi­na­ti­on aus Inter­vall­fas­ten nach der 16:8- Metho­de mit der ein­mal täg­li­chen Ein­nah­me von mit­tel­ket­ti­gen Fett­säu­ren (MCT) auf die Anfalls­fre­quenz unter­sucht (4). Als pri­mä­rer End­punkt wur­de die Anfalls­fre­quenz wäh­rend des keto­ge­nen Inter­vall­fas­tens defi­niert. Als sekun­dä­re End­punk­te wur­den u.a. die Ver­än­de­rung von Bio­mar­kern wie dem Meta­bo­lom, des gas­tro­in­testi­na­len Mikro­bi­oms sowie der funk­tio­nel­len Kon­nek­ti­vi­tät defi­niert. Aktu­el­ler Stand und Aus­blick: Die Stu­di­en­re­kru­tie­rung ist abge­schlos­sen. Die Stu­die befin­det sich der­zeit in der Aus­wer­tung. Bei guter Wirk­sam­keit der Metho­de könn­te eine all­tags­taug­li­che­re Vari­an­te der keto­ge­nen Diät für Patient:innen mit phar­ma­ko­re­sis­ten­ter Epi­lep­sie ent­wi­ckelt werden.

Lite­ra­tur­ver­zeich­nis:

  1. Mar­tin-McGill KJ, Bres­na­han R, Levy RG, Coo­per PN. Keto­ge­nic diets for drug-resistant epi­le­psy. Coch­ra­ne Data­ba­se of Sys­te­ma­tic Reviews. 2020 Jun 24;2020(6).
  2. Zhou C, Qu S. Appli­ca­ti­on and Mecha­nism of Action of a Keto­ge­nic Diet in Anti­epi­lep­tic The­ra­py. ACS Chem Neu­ro­sci. 2025 Feb 5;16(3):284–91.
  3. Ala­nis Gue­va­ra MI, Gar­cía de Alba Gar­cía JE, López Ala­nis AL, Gon­zá­lez Oje­da A, Fuen­tes Oroz­co C. Pro­s­pec­ti­ve stu­dy of the modi­fied Atkins diet in adult drug-resistant epi­le­psy: effec­ti­ve­ness, tole­r­a­bi­li­ty, and adhe­rence. Neu­ro­lo­gía (Eng­lish Edi­ti­on). 2024 Jul;39(6):467–73.
  4. Hahn W, Kna­ke S. https://clinicaltrials.gov/study/NCT06013761. 2023. IF-MCT 16:8: Inves­ti­ga­ting the Influence of Inter­mit­tent Fas­ting With and Wit­hout MCTs in Pati­ents With Drug-resistant Epi­le­psy (IF-MCT16:8).